Interview mit den Verantwortlichen

Der Bürgerverein Griesheim (BVG) sprach am 19. Oktober 2016 mit den Verantwortlichen für das Seniorenheim am Rosengarten über die Vorwürfe des Magazins defacto des Hessischen Rundfunks.


Bürgerverein Griesheim (BVG): Wie stehen Sie zu den Vorwürfen des Hessischen Rundfunks (HR) über die schlechten Zustände im Griesheimer Seniorenheim?

Caroline Heintz (Heimleitung)

Ich kann diesen Bericht nicht bestätigen. Seit anderthalb Jahren leite ich dieses Heim und so etwas ist mir bisher nicht untergekommen. Beispielsweise, dass wir aus Spargründen keine Stoma-Beutel haben sollen ist nicht nachvollziehbar. Diese Beutel werden von den Krankenkassen der Betroffenen bezahlt und stehen uns somit kostenfrei zur Verfügung.

Robert Hille (operativer Leiter der Bethge-Gruppe): Auch, dass nicht ausreichend Bettwäsche vorrätig sein soll entspricht nicht den Tatsachen. Klar, wenn Bettwäsche in der Reinigung ist, sind die Schränke bis zur Rücklieferung nicht so voll. Aber vier bis sechs Tage liegt bei uns kein Pflegebedürftiger in den eigenen Exkrementen. Das ist absurd.

BVG: Gerade aber wenn „Insider“ über Missstände berichten, wird der Wahrheitsgehalt als hoch erachtet. Gibt es bei Ihnen eine hohe Fluktuation und entsprechend viele frustrierte Mitarbeiter?

Caroline Heintz: In der älteren Vergangenheit war die Fluktuation schon recht hoch aber seit ungefähr einem dreiviertel Jahr ist Stabilität im Personalkader vorhanden. Den Einen oder Anderen Wechsel gibt es natürlich immer einmal.

Robert Hille: Wir haben heute eine Mitarbeiterversammlung abgehalten. Das Personal erschien mir loyal zum Unternehmen und verantwortungsvoll im Dienste der Senioren. Es hatte für mich nicht einmal den Anschein einer kleinen Unzufriedenheit, wohl aber gab es Frust unter den Mitarbeitern, dass deren zum Teil wirklich hingebungsvolle Arbeit in den Dreck gezogen wurde. Wir haben klargestellt, jeden Missstand sofort an die Heimleitung zu melden, damit er umgehend abgestellt werden kann. Auch Eskalationswege bei größeren Problemen, so sie denn auftreten sollten, wurden besprochen.

BVG: Im HR-Bericht wurde von „angekündigten Besuchen“ der Kontrollorgane gesprochen. Wie stehen Sie zu diesem Vorwurf?

Robert Hille: Keine Heimaufsicht und kein TÜV wollen sich den Vorwurf der Vorteilsgewährung machen lassen. Diese Besuche erfolgen unangemeldet, die Auswahl der zu prüfenden Räume zufällig. Am Morgen nach der Berichterstattung stand die Heimaufsicht vor unserer Tür und sie stellte keine Mängel fest. Und einmal von allen offiziellen Prüfungen abgesehen: Die besten und die kritischsten Prüfer sind und bleiben nun einmal die Angehörigen.

Caroline Heintz: Am 17. November haben wir einen Abend mit den Angehörigen. Kommen Sie doch gerne zu uns und machen Sie sich ein Bild, wie diese den Senioren nahe stehenden Menschen unsere Einrichtung sehen.

BVG: Herzlichen Dank für das Gespräch und gerne kommen wir zu Ihrer Veranstaltung.